Reichlich pessimistische Sicht auf die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Schon so schlechte Erfahrungen gemacht?
Ich glaube, dass bei Autohäusern manche ein freundliches Miteinander mit echter Freundschaft verwechseln. Autohändler sind (in der Regel) keine Freunde sondern nur darum bemüht, den Kunden zu binden. Dies wird oft durch ein freundschaftlich kumpelhaftes Verhalten erzeugt. Ist allerdings die „Kundenbeziehung“ aus Sicht des Händlers in Gefahr, wird er sich sehr schnell von einem abwenden, da es keinen Profit mehr zu erwarten gibt.
Ich habe es ja damals bei Hyundai so erlebt: Mein i30 war ein wirtschaftlicher Totalschaden und erst einmal hat man alles für mich erledigt. Als ich dann aber meinte, ich möchte einen Diesel und der einzig vorhandene hat mir überhaupt nicht zugesagt, da die Motorhaube von innen vergammelt war, hat man mich fallen lassen wir einen heißen Stein. Fazit: Ist der Kunde nicht gewillt zu kaufen, braucht man auch nicht mehr freundlich sein. Plötzlich sollte der Ersatzwagen Geld kosten und ab dem Tag wollte man mir auch eine Stellplatzgebühr für mein Autowrack aufbrummen.
Auch ist sein Autohaus und dessen Personal sehr bemüht. Durfte das Team ja auch schon kennenlernen. Matthias, der Chef, unternimmt mit Sicherheit alles was ihm möglich ist.
Das kann man auch meinem Händler nicht in Abrede stellen. Trotz allen Ärgers hat sich das Team immer in meinem Sinne eingesetzt. Zumindest konnten sie den Eindruck bei mir glaubhaft herstellen.
Dennoch habe ich irgendwann zu deren Chef, Roland, gesagt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich hab ihm auch deutlich gemacht, dass ich die ganze Sache gerne zwischenmenschlich lösen möchte, jedoch irgendwann kein Weg mehr am Anwalt vorbei gehen könne. Als er erkannt hat, dass bei mir die Grenze so langsam erreicht ist, hat er dann auch alles in seiner Macht stehende getan. Und die Lösung war doch gut: Ich fahre immer noch einen Megane, er hat das Montagsauto, was auch für ihn ein Albtraum war, an einen anderen Händler weit weg verkauft und ich habe keinen (ok, kaum noch) Ärger mehr.
Wie ich schon geschrieben habe, es geht nicht darum sofort mir der Keule zu drohen. Nur wie lange man es sich gefallen lassen will?
Genau was ich geschrieben habe: Man sollte nicht gleich die Keule auspacken, aber man darf sich auch nicht alles gefallen lassen. Auch in einer wirklich guten Geschäftsbeziehung ist es wichtig, Grenzen aufzuzeigen. Und wenn er beispielsweise die Werkstatt nach dem zig-ten Reparaturversuch nicht auf die Reihe bekommt, tun klare Worte manchmal Not, um die Grenzen abzustecken. Man muss ja nicht gleich sagen: „… oder ich geh zum Anwalt!“. Ein subtiler Hinweis, dass man „die Sache sonst mal prüfen“ müsse oder „sich sonst einmal überlegen müsse, wie es mit dem Wagen weitergeht“, wirkt meist schon Wunder.
PS @Stefan84: Ist das bei Deiner Werkstatt nicht selbstverständlich?