Beiträge von AndreR

    @Bolle88 Womöglich. Die Senderliste und der Radiotext werden getrennt von den Audiodaten übertragen. Wenn da der Empfänger einen Fehler hat kann alles mögliche passieren. Wahrscheinlich speichert er die Senderliste ab, wenn man das R-Link aus macht. Damit spart man es sich, nach jedem Einschalten einen Serndersuchlauf zu machen. Wahrscheinlich geht dabei aber die Information, welcher Sender Radiotext überträgt verloren.

    Das wäre cool. Meiner ist heute auch in der Werkstatt und es wird wieder an meiner Fehlerliste gearbeitet. Mal sehen, ob da schon ein Update dabei ist.

    Dass der Senderwechsel im Digitalradio nicht unmittelbar erfolgt ist normal. Im UKW muss nur der Tuner auf eine andere Frequenz eingestellt werden, schon dudelt die Musik. Letztlich passiert da nix anderes wie wenn man früher mit dem Drehrädchen die Frequenz verstellt hat. Im Digitalradio läuft im Hintergrund viel mehr ab.


    Wen die Details interessieren, hier ein kurzer (hoffentlich verständlicher) Exkurs:
    Einen UKW-Empfänger kann jeder halbwegs elektronisch bewanderte Zwölfjährige unter Anleitung (respektive Kosmos-Baukasten) zusammenbasteln. da gehört nicht viel dazu: Ein Experimentierbrett, ein paar elektrische Widerstände, Transistoren und Kondensatoren, eine Spule, einen langen Draht als Antenne, ein Potentiometer (Drehregler), Batterie und Kopfhörer dran, fertig ist die Nicht-ganz-Hifi-Anlage. DAB+ hat mit dieser primitiven Technik kaum noch etwas zu tun.


    Wie oben beschrieben werden bei DAB+ je rund ein Dutzend Hörfunksender und Datenströme (Verkehrsdaten, Wetterdaten, EPG, Radiotext, …) zu einem Multiplex zusammengefasst. Dabei erfolgt die Übertragung jedoch nicht gleichzeitig (parallel) sondern nacheinander (seriell). Das Signal ist in so genannte Frames (Datenrahmen, Datenpakete) unterteilt, die in Deutschland je 96 Millisekunden lang sind. Diese wiederum bestehen aus je 76 „Symbolen“. Während des ersten Symbols (Null-Symbol) wird der Sender quasi abgeschalten. Das Radio erkennt daran ohne große Mühe, dass jetzt ein Frame beginnt. Im zweiten Symbol steht eine Liste der Sender, die vom Multiplex übertragen werden und einige weitere Text-Informationen. Die restlichen Frames enthalten jeweils eine Millisekunde Nutzdaten und rund 1/4 Millisekunde Daten für die Fehlerkorrektur (Signalschwankungen, Blitzschlag, Rauschen, …). Dabei muss man sich das Ganze so vorstellen: Alle Sender des Multiplexes werden zunächst digital komprimiert (üblicherweise AAC-Codec, das ist sowas wie MP3). Dadurch entsteht pro Sender ein Datenstrom. Nun zerhackstückelt man diese Datenströme in gleichlange Schnipsel. Dazu kommen dann noch die Zusatzdaten, also Verkehrsinformationen, Liedtitel (Radiotext), Coverbilder, Senderlogos, das EPG usw. Diese werden dann zur besseren Signalstabilität ineinander verschränkt, mit Pseudozufallszahlen überlagert und auf die Symbole verteilt.


    Will euer Radio nun einen Sender digital empfangen muss es zunächst auf das Null-Symbol warten. Dies kann bis zu 96 Millisekunden dauern. Dann muss das Radio einen kompletten Frame abhören und puffern, wieder 96 ms. Nun muss es die Pseudozufallszahlen wieder herausrechnen. Dann die ineinander verschränkten Datenpakete auseinanderklamüsern. Dann mithilfe der Fehlerkorrekturdaten eventuell entstandene Übertragungsfehler korrigieren. Dann das Tonsignal des jeweiligen Senders dekomprimieren, über digitale Signalprozessoren aufbereiten (Balance, Equalizer, Tiefpassfilter für den Subwoofer, Verteilung auf die verschiedenen Lautsprecher, …) und schließlich über den Digital-Analog-Wandler so aufbereiten, dass es über die Lautsprecher abgespielt werden kann. Zeitgleich werden die Dateninformationen wie der Radiotext oder die Multimediainhalte herausgefiltert und ebenfalls dargestellt. Wenn man alles zusammenaddiert kann es gut und gerne eine halbe bis ganze Sekunde dauern, bis aus dem Funksignal etwas hörbares wird.


    Alles in allem ist das Ganze enorm kompliziert und rechenintensiv. Jedoch lohnt der Aufwand, denn die Vorteile überwiegen: Das Original-Signal kann ab einer Empfangsqualität von nur etwa 15 % bereits vollständig rekonstruiert werden. Bei einem normalen UKW-Radio würde man da allenfalls entferntes Blubbern vernehmen und sich mit viel Fantasie vorstellen, dass da jemand spricht. Daher arbeiten die DAB+-Sender auch oft mit viel niedrigeren Sendestärken. DAB+ wird in Deutschland über die ehemaligen Frequenzen des Antennenfernsehens übertragen. Daher auch die Kanalnummern: Die Ziffer ist der ehemalige Fernsehkanal (5 wäre also das fünfte Programm) und diese sind jeweils in vier weitere Kanäle (A–D) unterteilt worden. Wo früher beispielsweise das Erste in schwarz-weiß ausgestrahlt wurde finden heute bis zu 72 digitale Radiokanäle in vernünftiger Qualität (Bitrate) platz. Derzeit werden in Deutschland vom kompletten freigegebenen Spektrum „nur“ die Kanäle 5–8, 11 und 12 genutzt. Allein darin ließen sich 360 Sender unterbringen, die Bundesweit flächendeckend empfangen werden könnten. In der Technik steckt also enormes Ausbaupotential.


    Das sollte auch entschuldigen, warum es gerade beim DAB+-Empfang beim Megane manchmal Probleme gibt. Da ist aus Programmierersicht einfach viel viel mehr zu beachten als beim UKW-Empfang. Noch dazu ist die Technik im Vergleich zum UKW-Rundfunk recht jung, weswegen sich die Hersteller erst herantasten müssen.

    Ich kann für alle drei genannten Fahrzeuge sagen, dass die Technik identisch ist. Letztlich wird dir im Tacho, dem Navi und gegebenenfalls dem HUD die aktuell zulässige Geschwindigkeit nach bestem Wissen und, ähm, Gewissen den Autos angezeigt. Je nach Ausstattung kommen die Daten entweder aus dem Navi oder von der Kamera hinter dem Rückspiegel. Habe heute zufällig den Talisman dci 160 EDC als Werkstattersatzwagen, da bei Meinem die Motorhaube eingestellt wird.

    Hallo Namensvetter,


    zufällig hat mir mein Freundlicher heute früh erzählt, dass er gerade einen M4 Bose für eine ortsansässige Fahrschule umbaut. Die hatten bisher immer VW, ist denen wohl aber zu bieder geworden. Du kannst Dich ja mal an die Wenden, die helfen Dir bestimmt weiter.


    www.autostoll.de


    Frag nach Roland Stoll und sag, der André hat dich empfohlen ;)

    @Filou Ich glaube, Du verwechselst hier AM und AF. AM (Amplitudenmodulation) ist ein Übertragungsverfahren bzw. Frequenzband und standardmäßig deaktiviert. AF hingegen soll laut Handbuch dafür sorgen, dass im UKW-Bereich automatisch die beste Frequenz gewählt wird, wenn ein und derselbe Sender von mehreren Masten empfangen wird.


    Wen der Hintergrund interessiert:
    Im UKW-Bereich wird derselbe Sender (nehmen wir als Beispiel den Deutschlandfunk) in der Regel von zwei benachbarten Sendern mit unterschiedlichen Frequenzen ausgestrahlt. Ohne entsprechende Technik würde es ansonsten zu Verzerrungen kommen, da die Sender sich gegenseitig „überstrahlen“ und die Signale je nach Entfernung zu den Sendeantennen unterschiedliche Laufzeiten haben.


    Im Digitalradio ist diese Funktion obsolet, da hier ein sogenanntes Gleichwellennetz verwendet wird. Das bedeutet, dass derselbe so genannte Multiplex bundeseinheitlich auf derselben Frequenz übertragen wird. Einen Multiplex erkennt man immer an den zweistelligen „Sendernummern“, die das Radio anzeigt, z.B. 5C, 7D, … Um unser Beispiel wieder aufzugreifen, der Deutschlandfunk wird im Multiplex 5C („Bundes-Mux“) übertragen. Hinter dieser Nummer 5C steht letztlich wieder eine Frequenz, in diesem Beispiel 178,352 MHz. Der große Unterschied ist, dass beim UKW eine Frequenz pro Sender verwendet wird. Beim Digitalradio hingegen werden immer rund ein Dutzend Sender zu einem dieser Multiplexe zusammengefasst und quasi zeitgleich übertragen. Das Radio empfängt also immer alle diese Sender gleichzeitig und filtert dann denjenigen heraus, den man hören möchte.


    Da der Deutschlandfunk überall in Deutschland auf dem Kanal 5C übertragen wird ist kein einziger Frequenzwechsel notwendig, selbst wenn man vom Bodensee nach Flensburg fährt. Daher benötigt man, zumindest theoretisch, die Funktion AF im Digitalradio nicht. Theoretisch deshalb, da die meisten Multiplexe nur in einem bestimmten Bundesland oder einer Region empfangbar sind. Überregionale Sender werden daher teilweise über mehrere Multiplexe übertragen. Siehe dazu auch diese Liste, wo alle Multiplexe und deren Sender aufgelistet sind. Grundsätzlich gilt: Ist ein Multiplex empfangbar, dann sind alle seine Sender mit derselben Empfangsqualität empfangbar. Bei unserem R-Link 2 bedeutet das konkret, dass „5C – Deutschlandradio“ stets exakt gleich gut empfangbar ist wie „5C – sunshine live“.